Schloss vor Husum

 

„Das einzige erhaltene landesherrliche Schloss an der schleswig-holsteinischen Westküste“ befindet sich in Husum. Erbaut 1577-1582 beherbergt es heute neben einem Museum auch das Kulturamt des Kreises Nordfriesland, ein Café, das Pole Poppenspäler Museum und die Kreismusikschule. In diesem Artikel möchte ich auf die Ausstellung im Schloss eingehen.

Nach der Fertigstellung war das Schloss zeitweilige Residenz des Herzoges Adolf I. aus dem Hause Schleswig-Holstein-Gottorf. Ab dem 17. Jahrhundert wurde es zum Witwensitz der Gottorfer Herzöge, bevor es ab 1721 in den Besitz des dänischen Königshauses überging. Da das Schloss zu dieser Zeit jedoch sehr heruntergekommen war, ließ König Friedrich V. von Dänemark ausführliche Renovierungen durchführen. Ab Mitte des 18. Jahrhundert wurde im Schloss zunächst der Sitz des Amtes Husum eingerichtet, bis es schließlich an den Kreis Nordfriesland überging, in dessen Besitz es sich bis heute befindet.

Nachdem man den Eintritt verrichtet hat, befindet sich der Besucher direkt im Treppenhaus des Schlosses. Hier werden verschiedene Barockplastiken und Gemälde ausgestellt. Folgt man dem vom Museum vorgeschlagenen Rundgang, gelangt man zunächst ins Obergeschoss. Hier wird man in den imposanten Rittersaal geleitet, der in allen barocken Schlössern der Hauptsaal war. Hier kann der Besucher neben dem schönen Kamin auch die verschiedenen Bewohner des Schlosses bewundern. Beim Weitergehen gelangt man in das Audienzgemach, in dem der Audienzstuhl ausgestellt ist und in das Schlafgemach. Hier wird das königliche Bett gezeigt. Zurück im Treppenhaus führt der Rundgang in den Fortunasaal und in das Weiße Zimmer, in dem ein Kamin und ein reichverzierter Schrank gezeigt werden. Bevor es zurück ins Erdgeschoss geht, kann man sich noch ein bisschen gruseln und die Arrestzelle besuchen.

Im Erdgeschoss können der ehemalige Esssaal und zwei weitere Räume besichtigt werden, bevor es weiter in die Kapelle geht, in der eigens für den Hof Gottesdienste abgehalten wurden. Vom Erdgeschoss aus, kann auch der im Barockstil gehaltenen Herzoginnengarten besichtigt werden. Auf der anderen Seite des das Schloss umgebenden Wassergrabens, gibt es einen schönen englischen Garten, der heutige Schlosspark. Im Obergeschoss des Schlosses befindet sich außerdem die Dachgalerie, in der wechselnde Kunstausstellungen gezeigt werden. Zur Zeit meines Besuchs war es die Ausstellung „Schizophrenie & Kunst – Rüdiger H. Breitbart“.

Nach einem Besuch im Schloss lädt das Schlosscafé noch zum Verweilen bei einem Stück hausgemachten Kuchen und einer Tasse Kaffee ein. Das Café ist von Dienstag bis Samstag, von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Adresse

Schloss vor Husum
König-Friedrich-V.-Allee
25813 Husum

Kontakt

Telefon: 04841 2545
E-Mail: info@museumsverbund-nordfriesland.de

https://www.museumsverbund-nordfriesland.de/museumsverbund/de/

Öffnungszeiten

März – Oktober
Di. – So. 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr
November – Februar
Sa. – So. 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr

 

Das Schloss ist definitiv ein Muss für jeden Husum-Touristen. Den Kuratoren der Ausstellung ist es gelungen die Räumlichkeiten mit Originalmöbeln einzurichten, ohne diese jedoch zu überladen. Außerdem kann man hier etwas über die Bewohner des Schlosses erfahren. Bevor man das Museum betritt, sollte man sich an der Kasse jedoch auf jeden Fall das Begleitmaterial geben lassen.