Pole Poppenspäler Museum Husum

 

Wer kennt sie nicht? Storms Novelle „Pole Poppenspäler“. In dieser geht es um die große Liebe, die gesellschaftliche Veränderung im 19. Jahrhundert und einen Puppenspieler. Angelehnt an diese Novelle wurde zunächst 1984 das „Internationale Figurentheater Festival“, auch bekannt unter dem Namen „Pole Poppenspäler Tage“, gegründet. Um die Zeit zwischen den jährlich stattfindenden Festivals für Besucher zu überbrücken, öffnete 10 Jahr später das Poppenspäler Museum seine Pforten. Seitdem wuchs die Sammlung stetig und so ist es nicht verwunderlich, dass das Museum einige Male umziehen musste, bis es an seinen heutigen Standort im Schloss vor Husum kam. Bis heute werden Festival, Museum, sowie alle weiteren Angebote des Pole Poppenspäler Förderkreises ehrenamtlich betrieben.

Besonders schön ist das Museum, da nur wenige Puppen in Vitrinen ausgestellt werden. Von den anderen werden Sie nicht durch ein Glas getrennt. Außerdem fühlt sich jeder Besucher sofort in seine eigene Kindheit versetzt, sobald er den Raum betritt. Wer hat mit seinen Eltern nicht einmal ein Figurentheater besucht oder selber mit Figuren gespielt?

Das Museum stellt fast ausschließlich Figuren von Berufsbühnen aus. Der einen oder anderen Puppe sieht man auch an, dass sie nicht nur im Schrank rumlag, sondern dass viel mit ihr gespielt wurde. Dabei hat man jedoch nie das Gefühl, dass die Puppen ramschig sind. Außerdem wird vor allem die Geschichte des Figurentheaters und der Figurenbauer in Schleswig-Holstein gezeigt. Zu sehen gibt es Figuren aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, in denen sich teilweise auch die nationalsozialistische Gesinnung bemerkbar macht.

Weiter geht es in die Märchenecke. Hier gibt es extra ein Körbchen mit Puppen, die von Kindern bespielt werden dürfen. Welche Figuren erkennen Sie wieder? Besonders schön ist auch ein Theater, in dem jeder Besuchende den Froschkönig spielen darf.

Dass sich der Name des Museums ausgerechnet auf eine Novelle Storms bezieht, ist nicht verwunderlich; der Schriftsteller wurde in Husum geboren und lebte und arbeitete einige Zeit auch in der Stadt. Deshalb gibt es natürlich auch eine kleine Storm-Ecke im Museum, die Figuren aus seinen Novellen und Märchen zeigt.

Falls Sie sich mehr für den Bau der verschiedenen Figuren interessieren, dann können Sie Ihre Neugier einige Schritte weiter stillen. Hier sehen Sie zum Beispiel, wie der Kopf einer Hohnsteiner Figuren hergestellt wird.

In der Mitte des Raums gibt es regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen.

Nach Ihrem Besuch im Poppenspäler Museum können Sie direkt das Schloss besichtigen. Hier gibt es eine Kombikarte für 5 Euro zu erwerben. Oder Sie besuchen das Schlosscafé. Wenn Sie oder Ihre Kinder lieber ins kühle Nass springen wollen, dann lohnt sich ein Besuch des Dockkoogs. Doch Vorsicht! An heißen Tagen und bei Flut kann es hier sehr voll sein. Im September findet außerdem immer noch das Internationale Figurentheater Festival statt. In Tönning können Sie zudem den Poppenspälerwagen besuchen, von dem es in den Sommermonaten verschiedene Theatervorstellungen gibt. Ein schönes Fotomotiv gibt zusätzlich eine Pole Poppenspäler Figur vor der Bürgerschule in Husum ab.

Adresse

Pole Poppenspäler Museum
König-Friedrich V.-Allee
25813 Husum

Kontakt

Telefon: 04841 63242
E-Mail: husum@pole-poppenspaeler.de

http://www.pole-poppenspaeler.de/

Öffnungszeiten

März – Oktober
Di. – So. 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr
November – Februar
Sa. – So. 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Als ich zum ersten Mal von dem Museum hört, dacht ich: „Das ist doch nur was für Kinder.“ Doch dem ist nicht so. Man glaubt es kaum, aber die verschiedenen Figuren spiegeln oft die aktuellere Entwicklung wieder. Außerdem sind die kleinen Figuren einfach schön anzusehen.

Carolin Vogt