Naturzentrum Mittleres Nordfriesland

 

Direkt am Bredstedter Bahnhof liegt das Naturzentrum Mittleres Nordfriesland. Das aus der Jahrhundertwende stammende Haus beheimatet heute eine große Sammlung an naturkundlichen Schätzen. Zunächst wurde das Gebäude als Landwirtschaftsschule genutzt, bevor es in den 1950er Jahren zur Kreisberufsschule wurde. Ein Lehrer der ortsansässigen Realschule erarbeitete später gemeinsam mit einer Gruppe Jugendlicher eine Ausstellung, in der die Landschaftsformen Nordfriesland dargestellt wurden. Nach der Wende 1990 fehlte der Stadt das Geld um das Naturzentrum weiter aufrecht zu erhalten und so wurde ein Verein gegründet, der das Naturzentrum Mittleres Nordfriesland bis heute unterhält.

Die europäische Gesetzgebung mit „natura2000“ wurde genutzt, um einen Umbau des Zentrums zu ermöglichen. Seitdem sind die Räume in verschiedene Landschaftsformen unterteilt. Der Rundgang beginnt im Wald: Hier wird neben einem Ameisenhaufen, in den man hineinsehen kann auch gezeigt, warum der Wald auch heute noch wichtig für uns ist und welche Produkte wir nur durch Pflanzen des Waldes herstellen können.

Im nächsten Raum wird ein Spülsaum unserer Küste gezeigt, wo man sieht, was sich hier so alles tummelt. Außerdem kann man in diesem Raum die Veränderung der Wasserstände der Nordsee sehen und lernen, wie sich die Küste Nordfrieslands über die Jahrhunderte und Jahrtausende verändert hat.

Weiter geht der Rundgang zu den Walfängern, die vor allem auf den nordfriesischen Inseln vertreten waren. Da die Männer oft monatelang auf See waren, mussten sich die Frauen um Haus, Hof und Kinder kümmern, sodass keine Zeit für den Deichbau blieb. So schrumpfte das Land immer mehr und nach und nach investierte man mehr in den Küstenschutz.

Da neben freiwilligen Helfern auch die Fischer und Jäger Mitglied in dem Trägerverein „Naturzentrum Mittleres Nordfriesland in Bredstedt e.V.“ sind, wird ihnen jeweils ein Raum gewidmet.

Auf dem Weg ins Obergeschoss wird der Besucher über den Wattenrand, die dort lebenden Tiere und Pflanzen, sowie über die verschiedenen Schlickarten informiert. Oben angekommen geht es in „Norddeutschlands größte Vogelausstellung“, wie Frau Matthießen, die mich durch das Haus führt, betont. Dieser Ausstellungsbereich nennt sich „Vom Matterhorn zum Lummenfelsen“ und zeigt verschiedene Vögel in ihren Lebensräumen.

Weiter geht es vorbei an einer Kinderspielecke in die Heidegebiete Nordfrieslands. Hier stellt sich die Ausstellung weiteren neugierigen Fragen: warum sind viele Menschen in die Heide gezogen, obwohl es sich hier um einen sehr unfruchtbaren Boden handelt? Außerdem kann in diesem Raum eine Schlange im Terrarium bestaunt werden.

Im nächsten Raum entdeckt der Besucher das Moor, das ein wichtiger Lebensraum ist, der zu großen Teilen nicht mehr existiert.

Der Rundgang durch die Ausstellung endet mit einem Ausflug in die Halligwelt. Hier werden neben einem Bilegger, einem typisch friesischen Ofen und verschiedenen Küchengeräten auch Kochbücher der Hausfrauen gezeigt.

Es lohnt sich seinen Besuch im Garten des Naturzentrums Mittleres Nordfriesland ausklingen zu lassen, der besonders im Sommer in voller Pracht erstrahlt. Hier gibt es außerdem ein lebendes Bienenvolk zu beobachten.

Adresse

Naturzentrum Mittleres Nordfriesland
Bahnhofstraße 23
25821 Bredstedt

Kontakt

Telefon: 04671 4555
E-Mail: naturzentrum-nf@online.de

https://www.naturzentrum-nf.de/

Öffnungszeiten

Mai – Oktober
Mo. – Sa. 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Mein Ausflug in das Naturzentrum Mittleres Nordfriesland war sehr interessant. Ich habe noch einmal viel über unsere heimische Natur gelernt und gemerkt, dass diese noch vielfältiger ist, als ich bisher angenommen habe. Frau Matthießen gab mir eine tolle und sehr aufschlussreiche Führung und konnte mir sämtliche Fragen ausführlich beantworten.