Inselmuseum Nordstrand

 

Ein kleines aber dennoch sehenswertes Museum für jeden Nordstrander Urlauber findet sich im Neukoog und beschäftigt sich mit der Geschichte Nordstrands. Diese wird durch den Rhythmus von Aufbau und Zerstörung geprägt. Besucher, die das Museum besuchen, sehen die Landschaft um sich herum mit neuen Augen und ihnen fallen andere Dinge auf, als zuvor, so Herr Dey, der mich durch das Museum führte.

Bereits im Aufgang zum Museum werden einige Exponate gezeigt. Hier geht es hauptsächlich um die Entwicklung der Nordsee seit der letzten Eiszeit bis heute. Im Museum angekommen werden Besucher zunächst in einen Raum geleitet, in dem es überwiegend um Rungholt geht. Rungholt war ein großes Marschendorf mit etwa 1000 bis 2000 Einwohnern, das um 14. Jahrhundert bei einer großen Sturmflut unterging und sich vor der heutigen Küste Nordstrands erstreckte. In diesem Ausstellungsraum gibt es neben einem großen Modell des Ortes Rungholt auch Informationen zur Geschichte und den Entdecker der versunkenen Stadt. Außerdem wird hier eine Kopie der Urkunde gezeigt, in der die Insel „Strand“ zum ersten Mal erwähnt wurde und man kann sich noch einmal genauer über die Veränderung der Küste informieren.

Der nächste Raum widmet sich der Entstehung des Nordstrands, wie wir es heute kennen. 1634, nach der großen Mandränke, bei der von den etwa 10 000 Einwohnern der Insel Strand 6000 bis 7000 starben, begannen die Überlebenden langsam mit dem Wiederaufbau ihrer Insel und der Eindeichung. So entstanden in den ersten Jahren die vier Köge „Alter Koog“, „Osterkoog“, „Trendermarschkoog“ und „Neuer Koog“. In den folgenden Jahrhunderten kamen weitere Köge hinzu, bis Nordstrand aus sieben Kögen bestand. Wie sich die Insel Nordstrand mit der Zeit veränderte, sehen Besucher auf einer besonderen Tafel. Außerdem werden in den weiteren Räumen Fragen beantwortet, wie „Wie hängt der Wiederaufbau der Insel Nordstrand mit den Glaubensflüchtlingen zusammen?“ oder „Warum nennt man Friedrichstadt auch die ‚Holländerstadt‘ und was hat das mit Nordstrand zu tun?“. Im folgenden Raum wird ein Modell der Mühle in Süderhafen gezeigt. Außerdem können sich Besucher hier die Nordstrander Tracht ansehen und sich über die verschiedenen Schulen auf Nordstrand informieren.

Im Flur des Museums hängt  eine große Karte, die man sich auf jeden Fall ansehen sollte, da sie die Höhe der Insel heutzutage zeigt. Dabei kann man erkennen, dass etwa 90% Nordstrands unter dem Meeresspiegel liegen. Dank der Eindeichung können trotzdem auch heute noch Menschen auf der Insel leben. Im gesamten Museum können zudem Keramiken aus verschiedenen Zeiten und von verschiedenen Orten betrachtet werden.

Führungen sind nach Absprache mit Herrn Dey möglich oder man besichtigt das Museum auf eigenen Faust Mo. bis Fr. von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr.

Adresse

Inselmuseum Nordstrand
Schulweg 4
25845 Nordstrand

Kontakt

Telefon: 04842 263

http://www.nordstrander-heimatverein.de/

Öffnungszeiten

Mo. – Fr. 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr

 

Für mich war Nordstrand immer ein Fleckchen Erde, dass mir nicht besonders viel sagte. Man fuhr dort hin, wenn man dort etwas zu erledigen hat aber nicht, weil es dort besonders interessant ist. So dachte ich. Doch dann besuchte ich das Inselmuseum Nordstrand und ich verstand plötzlich, warum die nordstrander Bevölkerung stolz auf ihr Fleckchen Erden ist. Eine sehr besondere Geschichte steht hinter dem, was wir sehen und nur mit dem passenden Wissen können wir etwas mit der zunächst öde aussehenden Landschaft anfangen. Allein aus diesem Grund, um die Geschichte der Halbinsel Nordstrand zu verstehen, sollten nicht nur Urlauber, sondern auch Einheimische aus der Umgebung das Inselmuseum unbedingt besuchen. Es lohnt sich!

Carolin Vogt