Heimatkundliche Sammlung Oldenswort

 

Mitten im Ortskern von Oldenswort finden wir ein schmuckes Gründerzeithaus, das seit gut 10 Jahren das kulturelle Zentrum des kleinen Ortes bildet. In dem Haus befinden sich neben der heimatkundlichen Sammlung auch ein Café und eine kleine Informationsstelle für Touristen.

Der museale Bereich des Museums beheimatet kleine Ausstellungen zu verschiedenen Themen. Zum einen wäre da die Oldensworter Familie Kühl. Pastor Kühl bot seinen streng christlichen Mitbürgern oft die Stirn. Das ging so weit, dass gerichtlich darüber entschieden werden musst, ob er sein Amt behalten dürfe. Er hatte außerdem mehrere Kinder, darunter einen Sohn: Carsten Kühl, der Maler wurde und die Tochter Thusnelda, die Lehrerin wurde und um die Jahrhundertwende mehrere Artikel schrieb, die Hausfrauen das Leben leichter machen sollten. Diesen beiden wird neben ihrem Vater ein Teil der Ausstellung gewidmet.

Ein anderer bekannter Sohn Oldensworts ist Ferdinand Tönnies, ein Bekannter des Husumer Dichters Theodor Storm. Er wurde 1855 in einem nahegelegenen Haubarg geboren und zog im Grundschulalter mit seiner Familie nach Husum, wo er eine ausgezeichnete Schulbildung genoss. Später war er als Soziologe und Philosoph tätig und bezog klare Haltung gegen die Nationalsozialisten.

Weiter geht der Rundgang durch das Haus in den Bereich der Sonderausstellungen. Hier werden monatlich wechselnde vor allem hiesige Künstler ausgestellt. Zur Zeit meines Besuchs war das der Husumer Fotograf Reinhard Witt.

Der letzte Bereich der Ausstellung beschäftigt sich mit der Geschichte des Ortes Oldenswort und der Halbinsel Eiderstedt. Hier wird gezeigt, dass sich die Orte Oldenswort und Tönning aus der Warft Tofting entwickelten, die sich zwischen den beiden heutigen Standorten befand. Diese war schon im 1. Jahrhundert nach Christus besiedelt. Außerdem sehen wir hier verschiedene Alltagsgegenstände aus der Zeit um 1900. Warum wird in diesem Bereich eine alte Straßenlaterne und hübsches, so gar nicht in die bäuerliche Welt passenden, Porzellan ausgestellt? Auch diese Fragen werden beantwortet.

Mit diesem Raum ist der etwa 30-minütige Rundgang durch das Museum auch schon beendet. Ihren Besuch können Sie bei einem Kaffee und einem Stück Kuchen im angrenzenden Café ausklingen lassen. Vielleicht haben Sie ja auch an einer der Dorfführungen teilgenommen und haben daher schon einiges von Oldenswort gesehen. Falls nicht, können Sie sich gut auf eine kleine Erkundungstour durch den Ort machen.

Adresse

Treffpunkt Oldenswort
Dorfstraße 31
25870 Oldenswort

Kontakt

Telefon: 04864 1002138
E-Mail: cafe-karola-treffpunkt@t-online.de

http://treffpunkt.oldenswort.net/

Öffnungszeiten

Mo. – Di. 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Mi. geschlossen
Do. – Sa. 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr
So. 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Die beschauliche Sammlung in Oldenswort gefiel mir sehr gut. Besonders die Vorstellung der lokalen Persönlichkeiten war spannend, da es zum einen neue Themen waren und zum anderen mit der hiesigen Geschichte zu tun haben. Auch die Schaffung des „Treffpunkts Oldenswort“ durch die Unterbringung eines Cafés, einer Touristeninformation und einem Museum ergibt in meinen Augen durchaus Sinn und wertet den sonst doch eher ruhigen Ort deutlich auf.

Carolin Vogt