Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund

 

Direkt an der deutsch-dänischen Grenze befindet sich die kleine Gemeinde Ladelund. Hier wurde 1944 ein Außenlager des KZ-Neuengamme errichtet, das nur  sechs Wochen in Betrieb war. In dieser Zeit starben von den über 2000  Häftlingen 300. Die Verstorbenen wurden, was sehr ungewöhnlich für die damalige Zeit war, von Pastor Meyer beerdigt. Diese Gräber sind Ursprungsort und Zentrum der Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund.

Viele der Häftlinge kamen aus dem niederländischen Ort Putten und bereits 1950 begann eine enge Zusammenarbeit dieser Gemeinde mit Ladelund. Die Hinterbliebenen kamen und gedachten der Verstorbenen an deren Gräbern. Damit war die erste Gedenkstätte Schleswig-Holsteins und eine der ersten im gesamten Bundesgebiet geboren.  Bis in die 70er Jahre blieb das Gedenken in privater Hand und wurde lediglich von der Kirche unterstütz. Das ist auch der Grund, warum diese Gedenkstätte eine der wenigen ist, die sich auch heute noch in kirchlicher Trägerschaft befindet. Mit der Zeit wurde die Gedenkstättenarbeit zunehmend intensiviert, bis in den 80er Jahren ein Flensburger Lehrer gemeinsam mit seinen Schülern eine Ausstellung erarbeitete. Diese war zunächst als Wanderausstellung konzipiert, bis nach einigen Jahren ein Gebäude in Ladelund entstand, in dem die Ausstellung dauerhaft untergebracht werden sollte. Diese Ausstellung ist in Teilen auch heute noch in der Ausstellung zu finden, die im November 2017 eingeweiht wurde.

Sie erzählt die kurze und dennoch unglaublich grausame Geschichte des Konzentrationslagers Ladelund. Unterlegt werden die Fakten mit Filmen und Hörstationen, an denen man sich die Stimmen der Zeitzeugen anhören kann.

Direkt im Eingangsbereich der Gedenkstätte befindet sich ein großes Modell des Lagers. Hier wird auch deutlich, dass die Häftlinge einzig und allein zur Aushebung eines Panzerabwehrgrabens nach Ladelund gebracht wurden. Dieser sollte das Deutsche Reich vor einem möglichen Einmarsch der Alliierten aus dem Norden schützen. Die Ausstellung erzählt außerdem von der Entstehung des Lagers und der Gedenkstätte.

Nach Ihrem Besuch im Dokumentenhaus, dort, wo sich die Ausstellung befindet, sollten Sie auf jeden Fall noch die Gräber der Verstorbenen besuchen. Diese sind direkt auf dem angrenzenden Friedhof. Des Weiteren ist eine Besichtigung des Panzergrabens möglich. Dieser wurde extra so hergerichtet, dass er für Besucher bequem aufzusuchen ist.

Katja Happe, neue Leiterin der Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund bietet auf Anfrage Führungen durch die Ausstellung an, die von Jung und Alt gerne besucht werden. Besonders mit Jugendlichen versucht sie „in die Zukunft hineinzuarbeiten“, wie sie mir im Interview erklärt. Vor allem wir, als jüngere Generation können und müssen aus dieser Geschichte lernen und uns überlegen in was für einer Gesellschaft wir leben möchten. Wie gehen wir mit unseren Mitmenschen um? Was ist uns wichtig? Katja Happe versucht die Teilnehmer ihrer  Führungen auf diese Fragen zu stoßen und mit ihnen gemeinsam eine Antwort zu finden.

Adresse

Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund
Raiffeisenstraße 3
25926 Ladelund

Kontakt

Telefon: 04666 449
E-Mail: info@kz-gedenkstaette-ladelund.de

https://kz-gedenkstaette-ladelund.de/

Öffnungszeiten

Di. – Fr. 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Sa. – So. 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr

Besonders gelungen finde ich die Ausstellungstafeln im Dokumentenhaus. Da die Gedenkstätte viele Besucher aus Dänemark und den Niederlanden hat, entschloss man sich die Ausstellungstafeln neben den Sprachen Deutsch und Englisch auch auf Dänisch und Niederländisch zu verfassen. Um die Besucher jedoch nicht mit der Masse an Text abzuschrecken, entschloss man sich nur die groben Informationen auf die Ausstellungstafeln zu schreiben. Vertiefende Informationen erhält man, indem man eine weitere Tafel mit der jeweils passenden Sprache herauszieht.

Auch die verschiedenen Medienstationen überzeugten mich, da sie eine Abwechslung zu den Texttafeln bilden.