Dr.-Carl-Häberlin-Friesen-Museum

 

Gerade einmal 15 Minuten Fußweg vom Fährhafen von Wyk auf Föhr befindet sich das Dr.-Carl-Häberlin-Friesen-Museum. Dazu gehören das eigentliche Museumsgebäude von 1908, sowie der weitläufige Außenbereich der dauerhaft frei zugänglich ist.
Das Museum entstand auf Initiative des in Indien geborenen Arztes Carl Häberlin, der mit dem Namen des Museums in Ehren gehalten wird. Große Hilfe zur Errichtung des Museums lieferte der „Föhrer naturwissenschaftlich-kulturhistorische Verein“. Bei den ausgestellten Exponaten verschiedenster Themenbereiche handelt es sich vor allem um Stücke aus ehemaligem Privatbesitz. Die Sammlung wird stetig erweitert.

Bei dem Friesenmuseum handelt es sich um eines der ältesten Museen Nordfrieslands, das älteste naturkundliche und ethnologische Ausstellungshaus Föhrs, welches den Schwerpunkt auf die Kultur und Geschichte der Insel Föhr und der umliegenden Regionen gelegt hat. Es ist weitläufiger und größer als von außen vielleicht erwartet und präsentiert seine Dauer- sowie Sonderausstellung in insgesamt zehn Räumen, die auf zwei Etagen verteilt liegen. Ganz barrierefrei ist es leider nicht, da die erste Etage nur über das Treppenhaus zu erreichen ist. Wenn auch die Beschriftungen teilweise nicht mehr ganz zeitgemäß anmuten lassen, so ist das Museum trotz allem stetig daran, sich zu verbessern und erneuern. So gibt es zum Beispiel zu jedem der Ausstellungsräume einen anfänglichen Informationstext in deutscher und englischer Sprache.

Betritt man das Museumsgelände, fällt sofort der große, dazugehörige Außenbereich auf. Dort findet sich der prächtige Rosengarten, der im Frühjahr und Sommer alleine schon einen Besuch wert ist. Außerdem verschiedenste kleinere Exponate, ein Lehmofen (perfekt für Flammkuchen an lauen Sommerabenden) und die drei Hauptausstellungsstücke des Freilichtmuseums: die kleine Bockwindmühle, eine Scheune und das älteste Haus Föhrs und eventuell auch ganz Nordfrieslands, von 1617, das „Haus Olesen“.
Geht man nach der Besichtigung des Freilichtbereiches in das Museumsgebäude umfängt einen der Charme des alten Hauses. Man befindet sich nun im kleinen Eingangsbereich, von dem man zum ersten Teil der Ausstellung kommt, und auch die Treppe hoch in den nächsten Stock vorfindet. Es gibt eine große Auswahl an Souvenirs, interessanten Büchern, Postkarten und so weiter. Der Eintritt kostet 3,50€ mit Kurkarte. Es gibt ein Kombiticket für 9,30€. Dieses ist für 14 Tage gültig und ermöglicht zusätzlich zum Friesenmuseum den Besuch des „Museum Kunst der Westküste“ in Alkersum auf Föhr.

Nun kann der Rundgang des Museums beginnen. Beim ersten Raum der Ausstellung handelt es sich im Normalfall um den Bereich „Geologie“, der allerdings ab und zu den Sonderausstellungen weichen muss und so auch zeitweise anderweitig bestückt sein kann. Im ganzen Gebäude verteilt finden sich ausreichend Sitzmöglichkeiten. Sonderausstellungen gibt es im Dr.-Carl-Häberlin-Friesen-Museum zwei bis drei pro Jahr. Sie sind immer themenbezogen und abwechslungsreich sowie informativ. Die Thematiken des Friesenmuseums reichen von Geologie und Archäologie, über Naturkunde – mit Schwerpunkt auf Jagd- und Fangmethoden – „Seebad Wyk“ und Handwerk im Erdgeschoss, bis zu Seefahrt – mit Schwerpunkt auf Walfang -, Volkstum, Auswanderung und zu guter Letzt Baukultur.

Obwohl die Ausstellungsräume ins Maximum gefüllt sind, fehlt es nicht an Übersichtlichkeit und Informationen. Außerdem macht dies gerade den Charme des Hauses aus! Alle Exponate sind ausführlich beschildert und sinngemäß ausgestellt. Für Kinder finden sich spannende interaktive Stationen, die sie auf unterschiedlichsten Ebenen fordern und dabei gleichzeitig Informationen vermitteln.

Genau diese Reihenfolge der Besichtigung einzuhalten ist natürlich kein Muss. Jeder Themenbereich ist unabhängig von den anderen zu verstehen und so kann man sich gut und gerne den ganzen Tag lang nur mit einem der vielen Themenbereiche auseinandersetzen. Möchte man wirklich alles genau ansehen und die gesamten Informationen durchlesen sollte man sich gut drei bis vier Stunden Zeit für den Besuch nehmen. Das Museum ist allerdings trotzdem eindrucksstark und interessant, wenn man sich nur oberflächlich mit den Exponaten befassen möchte. Man kann den Besuch also ganz nach seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen gestalten. Das Museum bietet für Jung und Alt genug, sodass sich niemand langweilen muss.

Zusätzlich für Kinder werden zum Beispiel Projekte mit lokalen Schulen möglich gemacht. Im Zuge der „Kinder-Uni“ können sich Kinder ab zehn Jahren mit der Thematik des Walfangs beschäftigen. Außerdem gibt es auf halbem Wege des Treppenhauses eine „Kindermalstube“ in der sich die Kleinen mit allerhand Materialien beschäftigen und auseinandersetzen können.

Neben der regulären Dauerausstellung und den wechselnden Sonderausstellungen hat das Dr.-Carl-Häberlin-Friesen-Museum aber noch weitaus mehr zu bieten. So gibt es beispielsweise die Möglichkeit sich in Haus Olesen trauen zu lassen. Mindestens einmal wöchentlich, oder auf Anfrage, werden Führungen durch das gesamte Museum, durch das Haus Olesen, oder zu bestimmten Themenbereichen angeboten. Am letzten Sonntag im August findet auf dem Außengelände des Museums das beliebte Sommerfest statt, auf dem sich alle kostenlos umsehen können und an dem es viele Vorführungen und Aktionen zum Mitmachen für die ganze Familie gibt. Besonders beliebt bei den Einheimischen, aber auch unglaublich ansprechend für Touristen ist außerdem der „Adventsmarkt“, welcher auf dem Gelände des Museums immer am 2. Adventswochenende stattfindet. Dabei handelt es sich tatsächlich um den einzigen Weihnachtsmarkt auf Föhr und ist somit noch einmal zusätzlich etwas Besonderes. Zu diesen Events gibt es natürlich freien Eintritt in das Museum!

Zusätzlich zu solchen Veranstaltungen kommt es auch regelmäßig zu Vorträgen oder Lesungen im Museum. Eine weitere Besonderheit, die das Museum ausmacht, ist das „Kino im Museum“. Dort werden in den Wintermonaten jeden zweiten Donnerstag die neusten international preisgekrönten Arthouse-Filme gezeigt. Vorstellungen gibt es meistens zwei bis drei in der Woche und für jeden bietet sich die Möglichkeit, eigene Filmvorschläge für zukünftige Vorstellungen einzureichen. Das Dr.-Carl-Häberlin-Friesen-Museum hat also weitaus mehr zu bieten, als einfach nur eine wunderbare und anregende Museumsausstellung.

Zum Museum gehören des Weiteren eine Präsenzbibliothek und ein Archiv mit vor allem lokalen Stücken, auf die jeder auf Anfrage zugreifen kann.

Nach dem Besuch im Friesenmuseum hat man unendlich viele Möglichkeiten, den Rest des Tages zu gestalten. In nur circa zehn Minuten kann man den Strand und die Promenade erreichen. Also die perfekte Gelegenheit, nach dem Besuch etwas shoppen zu gehen, es sich mit einer Pommes am Strand bequem zu machen oder sich in einem der liebevollen Cafés und Restaurants etwas Gutes zu tun. Oder man sieht sich direkt im Anschluss noch das „Museum Kunst der Westküste“ an, für das man sich das Kombiticket im Friesenmuseum besorgen kann.

 

Adresse

Dr.-Carl-Häberlin-Friesen-Museum
Rebbelstieg 34
25938 Wyk auf Föhr

Kontakt

Telefon: 0049 (0)46812571
E-Mail: info@friesen-museum.de

http://www.friesen-museum.de

Öffnungszeiten

16. März – 31. Oktober (Juli und August beachten!)
Di. – So. 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Juli und August
Mo. – So. 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr
1. November – 25. März
Di. – So. 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr
1. Januar und 26. Dezember
14.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Ostermontag und Pfingstmontag
10.00 Uhr bis 17.00 Uhr

 

Wir wurden unglaublich nett empfangen. Das Museum ist wirklich toll und gemütlich.  Das fleißige Team schafft es, auch mit eher wenigen Mitteln den Besuchern einen wundervollen Besuch zu ermöglichen, der sich definitiv lohnt.

Charlotte Paulsen, Marlo Grieving